Eine Diabetes-Diagnose ist ein einschneidendes Lebensereignis. Und zwar für die betroffene Person selbst wie auch für die Angehörigen. Von einem Moment auf den anderen ist nichts mehr wie zuvor. Der Körper verlangt plötzlich Disziplin, Kontrolle, Überwachung, Verzicht. Die Gedanken rotieren – mit Fragen, Sorgen, Selbstzweifeln. Gefühle wie Verzeiflung, Ohnmacht, Hoffnungslosigkeit, Angst haben oft keinen Platz, da in einem ersten Schritt die medizinische Versorgung im Vordergrund steht.
Diabetes verändert jedoch nicht nur den Blutzuckerwert – die Diagnose verlangt eine sofortige Umgestaltung des gesamten bisherigen Lebens. Bei Diabetes spielt plötzlich alles eine Rolle: die Nahrungsaufnahme, die Bewegung, die psychische Verfassung, weitere Krankheiten usw.
Was eine chronische Erkrankung innerlich auslöst
Es ist jeden Tag eine grosse Herausforderung, dieses neue Leben zu meistern und Diabetes in den Alltag zu integrieren, ohne sich davon vollständig bestimmen zu lassen.
Doch was im Inneren passiert, bleibt oft im Verborgenen und manchmal fehlen auch die passenden Worte um über das Erlebte zu sprechen.
Psychische Belastungen wie z.B.
- Angst vor Spätfolgen
- Die lebenslange Belastung («Es hört nie mehr auf»)
- Scham oder Schuldgefühle («Warum ich?»)
- Unsicherheit im sozialen Umfeld («Was muss ich am Arbeitsplatz sagen?»)
- Frustration über die ständige Kontrolle
- Erschöpfung durch den Druck, «funktionieren» zu müssen («Ich gebe mir so Mühe und es nützt doch alles nichts»)
können unbehandelt zu Angstzuständen, Zwängen und Depressionen führen. Dabei ist gerade bei Diabetes ein ausgewogener seelischer Zustand immens wichtig und höchst förderlich für stabile Werte.
Diabetes ist gleichbedeutend mit Dauerstress und permanenter Verunsicherung. Im Laufe der Zeit kann das bei Betroffenen sogar zu Diabetes-Distress, Diabetes-Burnout und Depressionen führen. (https://www.diabetesschweiz.ch/ueber-diabetes/leben-mit-diabetes/mentale-gesundheit).
Maltherapie – ein Ort zum Erholen und Auftanken
Maltherapie ist ein Ort jenseits von Leistung und Bewertung. Hier darf alles sein: Chaos, Trauer, Wut – aber auch Hoffnung, Sehnsucht und Stärke. Im geschützten Raum des Atelier lässt sich Ruhe und Entspannung finden, Kraft tanken, Ressourcen entdecken und Trost finden.
Was dabei besonders wichtig ist: Es braucht keinerlei künstlerische Vorkenntnisse, denn es geht nicht um einen künstlerischen Ausdruck.
Es geht darum, über das Malen seine Gefühle, Emotionen und Erfahrungen auszudrücken und sichtbar zu machen. Dadurch können Stress und Belastungen abgebaut und das Selbstwertgefühl gestärkt werden.
Warum bei Diabetes gerade Maltherapie?
Menschen mit Diabetes leben ständig im Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Selbstfürsorge. Maltherapie kann helfen,
- Gefühle zuzulassen, ohne davon überflutet zu werden
- innere Ressourcen (wieder) zu entdecken
- neue Perspektiven auf die eigene Geschichte zu gewinnen
- psychosomatische Zusammenhänge zu verstehen
- Selbstwirksamkeit zu erleben: «Ich kann etwas gestalten»
Gerade weil Diabetes ein «Management» verlangt, tut es gut, einen Ort zu haben, wo es nicht um Kontrolle geht, sondern Akzeptanz fördert und Entlastung bietet.
Fazit
Diabetes betrifft nicht nur den Körper – sondern den Menschen ganzheitlich wie auch sein Umfeld. Die Maltherapie bietet einen sanften und gleichzeitig tiefgehenden Zugang zu den seelischen Aspekten dieser chronischen Erkrankung. Sie kann helfen, das innere Gleichgewicht wiederzufinden und neue Kraftquellen zu erschliessen. Für alle, die sich danach sehnen, zu leben und nicht nur zu funktionieren und bereit sind, neue Wege zu erkunden.