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«Was ist das Allerkleinste, das du jetzt grad tun kannst?»

Spiegelei

In meiner Arbeit als Maltherapeutin mit humanistischem und personenzentriertem Ansatz begegne ich immer wieder einem zentralen Thema: Viele Menschen sehnen sich nach Veränderung, nach Ausdruck, nach Entwicklung – und bleiben dennoch stehen. Nicht aus Mangel an Motivation, sondern weil der erste Schritt zu gross erscheint.

 

Wenn der Berg zu hoch wirkt

Ein inneres Bild, das dann oft auftaucht, ist das eines grossen Berges. Das Ziel liegt irgendwo weit oben: eine persönliche Veränderung, Abschied und Neubeginn in der Partnerschaft, eine berufliche Veränderung oder Ähnliches. Doch der Blick nach oben kann überwältigend sein. Zweifel, Perfektionismus oder Angst vor dem Scheitern treten in den Vordergrund. Die Folge: Wir beginnen gar nicht erst.

Gerade im zwischenmenschlichen Prozess zeigt sich das deutlich. «Ich möchte nicht alleine sein» wird schnell zu «Ich muss jetzt endlich herausfinden, wo es happert». Der Anspruch wächst – und mit ihm die Blockade.

 

Die Kraft der kleinen Schritte

Die Begleitung mit personenzentriertem Ansatz bedeutet, den Menschen dort abzuholen, wo er gerade steht – ohne Druck, ohne Bewertung. Genau hier liegt der Schlüssel: Kleine, machbare Schritte schaffen Sicherheit, Selbstwirksamkeit und Vertrauen in den eigenen Prozess.

Scheinbar einfache Handlungen haben eine grosse Wirkung: Sie bringen uns in Bewegung. Und Bewegung ist oft wichtiger als Perfektion.

 

Warum kleine Schritte so wirksam sind

Kleine Schritte…

  • reduzieren innere Widerstände
  • ermöglichen Erfolgserlebnisse
  • fördern Selbstvertrauen
  • laden zum spielerischen Entdecken ein
  • schaffen Raum für Gefühle und Ausdruck

Im kreativen Tun geht es nicht um das perfekte Ergebnis, sondern um den Prozess. Kleine Schritte helfen, genau diesen Prozess wieder zugänglich zu machen.

 

Wie grosse Schritte in kleine unterteilt werden können

  • Das Ziel weichzeichnen
    Statt eines festen, grossen Ziels hilft es, eine Richtung zu formulieren. Nicht: «Ich will eine Beziehung», sondern: «Ich möchte wieder in Kontakt mit neuen Menschen kommen.»
  • Den ersten, kleinsten Schritt finden
    Frage dich: «Was ist das Allerkleinste, was du jetzt tun kannst? »
    So klein, dass es kaum Überwindung kostet.
  • Zeitlich begrenzen
    Setze dir bewusst kleine Zeitfenster, z. B. 5–10 Minuten. Oft entsteht daraus ganz von selbst mehr.
  • Den Prozess würdigen, nicht das Ergebnis
    Anerkennung für das Tun selbst – nicht für das, was «dabei herauskommt».
  • Innere Erlaubnis geben
    Es darf unperfekt sein. Es darf leicht sein. Es darf sich verändern.

Ein maltherapeutischer Blick

In der Maltherapie nutzen wir häufig genau diese Prinzipien. Ein leeres Blatt, einfache Materialien und die Einladung, ergebnisoffen zu beginnen.

Der Fokus liegt auf dem Erleben: Farben spüren, Bewegungen folgen, innere Bilder entstehen lassen.

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