Kennst du diese Stimme in dir, die sagt:
«Das war nicht gut genug.»
«Andere können das viel besser.»
«Du bist zu dumm.»
Diese Stimmen oder Gefühle kennen viele als «innere Kritiker», welche glauben, damit wir in Ordnung sind, müssten wir uns ändern. Hinter ihnen stehen häufig frühe Prägungen und Erfahrungen: Kritik, Leistungsdruck, emotionale Unsicherheit oder das Bedürfnis, dazuzugehören.
Wir entdecken, dass unter der Kritik oft eine Sehnsucht liegt – nach Sicherheit, Anerkennung und Verbundenheit. Doch diese Strategie, welche in früheren Jahren vielleicht einmal hilfreich war, ist es jetzt nicht mehr und führt langfristig zu Stress, Anspannungen, Selbstzweifeln und Blockaden.
Warum Denken allein nicht ausreicht
Viele versuchen, den inneren Kritiker gedanklich zu bekämpfen:
- «Hör auf!»
- «Das stimmt doch gar nicht!»
- Positives Denken als Gegenmassnahme
Doch das führt oft zu einem inneren Machtkampf. Und innere Kämpfe rauben viel Energie. Was, wenn wir stattdessen zuhören? Hier kommt Focusing ins Spiel.
Wie Focusing mit dem inneren Kritiker arbeitet
Distanz schaffen («Ich habe einen Kritiker – ich bin nicht der Kritiker»)
Statt zu sagen:
«Ich bin unfähig.»
merken wir:
«Da ist eine Stimme, die sagt, ich sei unfähig.»
Dieser kleine Unterschied verändert alles – wir sind nicht mehr identisch mit der Kritik.
Und da ist auch ein kritisierter Anteil
Wir wenden uns auch dem – vielleicht schon jahrelang – kritisierten Anteil zu. Oftmals ist es schon ein grosser Schritt, wahrzunehmen, dass da auch ein kritisierter Anteil ist. Und in einem zweiten Schritt wahrzunehmen, was für diesen hilfreich sein könnte.
Warum Focusing so wirksam ist
Der innere Kritiker arbeitet auf Gedankenebene. Focusing arbeitet auf Erlebensebene.
Das hat mehrere Effekte:
- Das Nervensystem beruhigt sich.
- Innere Anteile fühlen sich wahrgenommen.
- Blockierte Gefühle dürfen sich lösen.
- Selbstmitgefühl wächst.